Jahresplaylist: 2002.

Wir widmen uns diesmal dem Jahr 2002 und seinen musikalischen Schönheiten, die ich wie immer in einem twitter Thread fortlaufend aufgelistet habe und dann zu einer #Jahresplaylist gefiltert und zusammengefasst habe.

So eine Liste zusammenzustellen kann ganz schön kompliziert sein, also wollen wir mit dem Song starten, der mir bei #2002 als erstes in den Sinn kommt. Es ist Avril Lavignes Durchbruch.

Voilà:

Die Gute war damals 16 und aus mir unerfindlichen Gründen heiratete sie später den Sänger der Band, der am Ende von #2002 an der Spitze der Billboard-Jahrescharts stand. Dabei klingt sein Gesang danach, als ob er sich einfach sehr beim Scheißen anstrengt.

Es gibt aber auch Leute, die die Gitarre richtig halten in diesem Jahr: Den vormaligen Indie-Helden Jimmy Eat World gelingt ein kommerzieller Überraschungshit mit „The Middle“ (veröffentlicht bereits 2001).
#2002

Sehr anstrengend ist auch das Singen für andere in diesem Jahr – Creed, Linkin Park etwa – und es gibt gleich zwei „Hero“-Songs. Einer mit Chad Kroeger (Nickelback), einen von Enrique Iglesias, der die Schmalzproduktion Spaniens in diesen Jahren sicherte.

Dagegen braucht man möglicherweise medikamentöse Hilfe, die ganzjährig P!nk bereitstellt, die um diese Zeit reihenweise Hits aus dem Hut zaubert, #2002 zB „Just like a pill“.

Einen ähnlichen Hit-Run hat #2002 nur Eminem, der nach „Without Me“ und „Cleaning Out My Closet“ Ende des Jahres in Kino und Charts punktet: „Lose Yourself“ aus seinem Film „8 Mile“ gewinnt später sogar einen Oscar und bildet den Höhepunkt dieser Phase.

Eminems roher HipHop wird krass konterkariert vom innovativen Gegenpol Missy Elliott: „Work It“ ist wohl einer der besten Rap-Tunes aller Zeiten und der Gipfel in der Zusammenarbeit mit Timbaland. #2002

Der hat zu dieser Zeit überhaupt aller Orten seine Hände im Spiel und macht zB aus einem Boyband-Bubi einen Superhelden: Besser als in „Cry Me A River“ kann man Justin Timberlake nicht um Britney Spears trauern lassen:

Während Shakira etwas „Underneath your clothes“ vermutet schaut Gwen Stefani mit No Doubt überhaupt gleich „Underneath it all“.
#2002


Da wirds einem anderen gleich so heiß, dass er sich ein Pickerl ins Gsicht pickt: Nelly hat mit Kelly Rowland von Destinys Child den Riesenhit „Dilemma“, aber schon davor diesen hier:

Und wozu wird uns heiß? Europa tanzt den Ketchup Song – der Hit des Jahres mit entsprechendem Vogerltanz: „Asereje“ von Las Ketchup.

Früher hat man halt noch zu Elvis getanzt. Wobei: #2002 auch. Junkie XL remixt „A Little Less Conversation“ an die Spitze der Charts und verhilft dem King zum 25. Todestag noch einmal zu einer Nummer 1.

Christina Aguilera will sich hingegen von ihrem Girlie-Image befreien und entdeckt u.a. Freizügigkeit als Gegenkonzept. Was am Album „Stripped“ aber weit mehr beeindruckt als ihr „Dirrty“ ist das von Linda Perry (4 Non Blondes) geschriebene „Beaufitul“ (erscheint spät 2002, läuft 2003 überall, ist entsprechend bereits in der Liste 2003 zu finden).

David Byrne ist lange kein Talking Head mehr im Jahr #2002, aber mit den englischen House-Produzenten X-Press2 gelingt ihm ein waschechter Hit mit „Lazy“. #Jahresplaylist

Und wo wir bei ungewöhnlichen Zusammenarbeiten sind: Für sein „Swing When You’re Winning“-Album holt sich Robbie Williams die Schauspielerin Nicole Kidman für eine Neuauflage von „Somethin‘ Stupid“ an Bord. Well done.

Für den letzten Brosnan-Bond „Die Another Day“ fragt man Madonna um den Titeltrack. Und ich weiß bis heute nicht Recht, ob das so eine gute Idee war. #2002

Mehr Spaß macht da Sophie-Ellis Bextor, die mit „Murder On The Dancefloor“ ebendiesen bespaßt. Sie hatte 2000 auf Spillers „Groovejet“ gesungen und startet nun, #2002, ihre (kurze, aber steile) Solokarriere damit – mittlerweile hat die Dame fünf (!) Kinder.

Ich erzähl euch einen Fun Fact über mich: 2001 hab ich in Berlin gelebt und dort die erste Website für Sarah Connor gebaut. Da gabs „Let’s Get Back To Bed, Boy!“ als ersten Hit und dann, #2002 „From Sarah With Love“ zu hören.

Nach dem traurig-frühen Tod seiner Frau kehrt Herbert Grönemeyer mit seinem wohl beeindruckendsten Werk zurück und schreibt sich auf dem Album „Mensch“ aus der Trauer und in neue Sphären. Ganz groß.

Es ist erstaunlich, wieviele Menschen das One-Hit-Wonder Vanessa Carlton noch kennen. Einmal ans Klavier gesetzt und durch die Stadt gekurvt, schon ist „A Thousand Miles“ ein Radio-Penetrierer für die Ewigkeit.

Aber was ist all das schon gegen den größten und besten Song der Welt, und der ist bekanntermaßen „Tribute“ von Tenacious D, mit Dave Grohl als Teufel im Video. Legendär #2002

Ganz austreiben konnten sie den Teufel aber nicht – Dave Grohl sitzt nämlich #2002 auch am Schlagzeug der Queens Of The Stone Age und Josh Homme sagt, wo der Bartl den Most herholt: „No One Knows“.

Zwischendurch an alle, die mitlesen:
„Ich wollte dir nur mal eben sagen, dass du das Größte für mich bist.“
#2002

Meine guten Freunde von Nada Surf bringen #2002 ihr ganz großes „Let Go“ zur Welt und darauf sind so viele Klassiker, dass man alle posten könnte. Let’s stick with „The Way You Wear Your Head“, das hierzulande auch in einer A1-Werbung lief (!).

In Norwegen bündeln sich die Kräfte und Erlend Oye (Kings Of Convenience) entdeckt seine elektronische Seite im Studio von Röyksopp – gemeinsam machen sie „Remind Me“ zu einem der Clubhits #2002.

Das sehr, sehr gute Sneaker Pimps-Album „Bloodsport“ erscheint. Chris Corner tourt später als IAMX, Liam Howe wird Marina And The Diamonds und Lana del Rey produzieren. 2002 machen sie vor allem mit „Sick“ Punkte. #2002

Erinnert ihr euch noch an den Tag der toten Ente und ihren Mörder Hugh Grant? Nie wieder hat jemand Nick Hornby-Figuren so wunderbar mit Musik untermalt wie Badly Drawn Boy. #2002

Und wo wir bei Schönheiten sind: Die schrägste Romantik-Band der Erde, die Flaming Lips, veröffentlichen #2002 ihr episch-schönes „Do You Realize?“ auf dem nicht unskurillen Album „Yoshimi Battles The Pink Robots“.

#2002 gelten Coldplay noch als vielversprechende Indie-Band, doch mit dem Jahrhundertalbum „A Rush Of Blood To The Head“ brechen sie alle Dämme. Zunächst mit „In My Place“, dann mit dem denkwürdigen Video zu „The Scientist“.

2001 wurde @inkmusic gegründet, #2002 haben wir uns von Simian eine Zeile geliehen und bis heute als Motto beibehalten: „Because we are your friends“ ist die trashende Lead-Zeile ihres erfolgreichsten Songs, „Never Be Alone“.

Bonus Track:
„draussen fischt im eis“, die schräge Single zu Garish’s erstem richtig erfolgreichen Album „wo die nacht erzaehlt vom tag“, wird bei -17° auf den burgenländischen Teichwiesen bei Rohrbach gedreht. Regie führt auf 8mm-Kamera @the_gap und @Waves_Vienna Gründer Thomas Heher.

And here it is:
Die #Jahresplaylist #2002.
30 ausgewählte Songs aus dem Musikjahr.

Folgt & hört hier:

Der gesammelten Musikgeschichte 1958-2013 chronologisch regelmäßig vervollständigt folgt ihr hier: http://bit.ly/HistoryOfPop

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