Jahresplaylist: 1968

(Anm.: Ich stelle diese Listen „live“ auf Twitter zusammen und kommentiere sie, jeweils an einem Wochenende rund um das Monatsende, und übernehme die Tweets aus dem Monsterthread zur Zusammenfassung hier als Blogpost – heute für die #Jahresplaylist 1968)

Let’s get it on!
Wir widmen uns heute dem symbolträchtigen und geschichtsschwangeren Jahr 1968. Folgt diesem Thread für viel Musikliebe und -geschichte an diesem Abend und als erstes diesem Spotify-Profil.

Let’s start with this: HEY JUDE wäre nicht ohne John Lennons Affäre mit Yoko Ono entstanden. McCartney schrieb es, um Lennons Sohn Julian wegen der Trennung seiner Eltern zu trösten – und irgendwie markiert der Song damit den Anfang vom Ende der #Beatles

Das muss man natürlich beantworten mit: „Please allow me to introduce myself, I am a man of walth and taste…“, dem ultimativen Meisterstück der Rolling Stones: Im Dezember 1968 erscheint das unerreichte SYMPATHY FOR THE DEVIL.

Ende 1967 verunglückt Stax-Ikone Otis Redding bei einem Flugzeugabsturz. Wenige Tavor hatte er THE DOCK OF THE BAY. aufgenommen – es wird im Jänner 1968 veröffentlicht und Reddings größter Hit; die erste posthume Nummer 1 der US-Billboard-Charts. #1968

Ein Song, der wohl prototypisch für Jahr und Generation #1968 steht, hat Simon & Garfunkel unsterblich gemacht: Ihre MRS. ROBINSON ist Soundtrack zur „Reifeprüfung“ mit Dustin Hoffmann und so wichtiger Baustein mehrerer Weltkarrieren. Legendär.

Wo wir bei filmbedingten Superhits und Prototypen sind: Steppenwolf wären wohl nicht die Urväter des Heavy Metal geworden, wäre ihr #1968 erschienenes BORN TO BE WILD nicht 1969 untrennbar mit Motorrädern und dem Film „Easy Rider“ verbunden worden:

Und Aretha Franklins Klassiker THINK aus demselben Jahr erfährt 12 Jahre später im nicht minder legendären „Blues Brothers“-Film eine spektakuläre Bildfassung. #JAHRESPLAYLIST

In die andere zeitliche Richtung spazierte Hugo Montenegro mit einer adaptierten Version von Ennio Morricones Thema aus dem Spaghetti-Western „The Good, The Bad And The Ugly“. Zwei Jahre nach dem Film ein monströser Hit und jedem*r heute noch im Ohr:

Und ebenfalls in die Reihe passt Dusty Springfield. Ende #1968 erschien SON OF A PREACHER MAN, das dank seines Einsatzes in „Pulp Fiction“ (1994) ein zweites Leben erhielt [chartete aber vor allem 1969 und ist in der entsprechenden Listen zu finden].

Kaum ein Song hat so viele Leben wie EVERLASTING LOVE. Und tatsächlich ist die #1968 Version von Love Affair selbst ein Cover (Original Robert Knight 1967) – aber auch Vorlage für viele folgende Fassungen – welche ist eure liebste? 

Ein Großer der Ära mit Tendenz Schlager ist zweifelsohne Tom Jones. 1968 verbreitet er mit HELP YOURSELF ohne Mühe einen gewissen Austin Powers-Flair auf den TV-Showbühnen:

„I am the god of hellfire, and i bring you…. FIREArthur Browns Einstieg in den gleichnamigen Hit von 1968 ist auch der Einstieg in die Psychedelic Rock-Hochphase, die auch die Tür Richtung Metal/Hardrock öffnen wird. Quite some crazy shit for 1968:

Solltet ihr nicht wissen, von wem das lästige Radio Burgenland-Lied MIGHTY QUINN von Manfred Mann eigentlich geschrieben wurde, sei euch geholfen: Der Song über den Eskimo Quinn stammt aus der Feder niemand Geringeres als Bob Dylan. Er wird uns heute nochmal begegnen.

Was schon eher bekannt ist, dass das nicht weniger lästige LOVE IS ALL AROUND seinen Ursprung in den tiefen 60ern hat: The Troggs („Wild Thing“) hatten damit 1968 schon einen Hit, Wet Wet Wet übertrafen das mit dem Cover in den 90ern aber um Längen.

Kinder der 90er kennen diese Nummer hier vllt auch aus anderem Kontext: Country-Ikone Tammy Wynettes STAND BY YOUR MAN aus #1968. Wynette hatte in den 90ern gemeinsam mit THE KLF einen Hit, Heike Makatsch (!) mit einem Cover dieses Songs hier für den Film „Männerpension“:

[ Exkurs: „Justified & Ancient“ von THE KLF & TAMMY WYNETTE aus 1991 verdient sich eine Extra-Mention, weil die Band nach über 20 Jahren konsequenten Löschens all ihrer Sachen aus dem Internet vor ein paar Wochen alles wieder online gestellt haben: ]

Ihr habt doch bestimmt alle schon mal vom Akustik-Gitarren-Song CLASSICAL GAS gehört, oder? Nein? Doch, doch….
#1968

Speaking of acoustic guitars: José Feliciano erlangte mit seiner Latino-Version vom ein Jahr zuvor erschienenen Doors-Song LIGHT MY FIRE Weltruhm und stellenweise mehr Erfolg als das Original. Dabei sollte der Titel eigentlich nur eine B-Seite zu seiner Version von „California Dreaming“ sein.

Freunde des 90er-Jahres-HipHops kennen „You’re All I Need To Get By“ aus einer basslastigen Mary J. Blige-Fassung; das Original aber ist ein Motown-Klassiker von Marvin Gaye & Tammi Terrell aus dem Jahr 1968:

Schon mal von Big Brother & The Holding Company gehört? Denke ja, zB gestern bei #Starmania21 – denn die Stimme dieser Psychedelic Rock Band hieß Janis Joplin und hatte 1968 ihren größten Hit that y’all know: PIECE OF MY HEART.

Wir bleiben bei den Rockern der Ära: CCR haben üppig Material für Hochzeits-, Ball- und Coverbands der folgenden Jahrzehnte geliefert – darunter SUSIE Q, von dem ich immer noch behaupte, dass sich Blur für „Song 2“ Anfang/Ästhetik abgeschaut haben. (Fun Fact: Der Song war das einzige Cover, mit dem CCR gechartet hatten, das Original ist aus 1957 von Dale Hawkins und vor CCR hatten es u.a. schon die Rolling Stones gecovert)

Film hatten wir schon – jetzt Fernsehen: Ihr kennt vllt die Serie (das Remake) Hawaii Five-O. Aber wusstet ihr, dass das Original eine Serie aus 1968 ist und der Surf-Überhit selben Namens die Titelmelodie dazu war? Here you are: The Ventures.

[Exkurs: Ich hab den Titel übrigens 1989 kennen gelernt, als es von JIVE BUNNY gesampelt wurde – für das Giganten-Medley „That’s What I Like“, das gemeinsam mit dem Vorgänger „Swing The Mood“ damals die Charts beherrschte.

 Die seltsamste, aber vielleicht auch traurigste aller Bee Gees-Nummern erschien zu Weihnachten #1968 und wurde später von Faith No More (!) gecovert: I STARTED A JOKE.

Tommy James & The Shondells – fast vergessen – hatten zwei notable hits in den 60ern, die beide in den 80ern gecovert nochmal große Hits wurden. Einen davon #1968: CRIMSON & CLOVER, 1982 durch Joan Jett nochmal popularisiert.

Der erste Hit von Deep Purple erreichte #1968 die Charts: HUSH (übrigens auch eine Coverversion!). Ich hab hier eine Version ausgegraben, die die Band bei Hugh Hefners TV-Show „Playboy After Dark“ zeigt:

Thematisch gut anschließend ist Marvin Gayes I HEARD IT THROUGH THE GRAPEVINE. (Und auch das: Ein Cover!) 1967 bereits aufgenommen, erschienen bereits zwei gar nicht unerfolgreiche Fassungen (u.a. von Gladys Knight), bevor Gaye damit die Nr. 1 eroberte. 

Um noch eins draufzusetzen: ALL ALONG THE WATCHTOWER in der legendären Fassung von Jimi Hendrix: 1968. Lustigerweise erschien Hendrix‘ Single VOR jener von Bob Dylan (dem Autor und Komponisten des Songs), dessen Aufnahme Hendrix über einen gemeinsamen Management-Kontakt in die Finger kriegte.

WHAT A WONDERFUL WORLD von Louis Armstrong erschien zwar schon 1967, war aber am Ende des Jahres 1968 sowohl im UK als auch in Österreich ganz weit oben in den Jahrescharts – ich nehms also zwecks Klassikfaktor mit rein.

Hierzulande auch groß im Geschäft ist ein gewisser Adriano Celentano. Der kriegt 1968 von Paolo Conte (!) einen Song auf den Leib geschrieben, der ihn sein Leben lang nicht mehr verlassen wird: AZZURRO.

Ein anderer Strizzi wird im Jänner #1968 endgültig zur Legende: Johnny Cash spielt ein Konzert im Folsom Prison – dem Ort, an dem sein 1955er-Hit FOLSOM PRISON BLUES spielt – und kreiert wohl eines der legendärsten Live-Alben aller Zeiten. Kurzer Ausschnitt aus der dazugehörigen Doku lohnt:

Und weil es eine der großartigsten Szenen in einem großartigen Film ist: Joaquin Phoenix, wie er Johnny Cash in eben diesem Konzert in „Walk The Line“ porträtiert:

#1968 blühen die ersten Blumen der Flower Power und da dürfen The Mamas & The Papas nicht fehlen. Dabei ist DREAM A LITTLE DREAM OF ME schon im Jahr 1931 (!) geschrieben worden.

Was für ein Jahr für die Musik. Wie immer gieße ich die Erkenntnisse aus diesem Abend jetzt in eine @inkmusic #JAHRESPLAYLIST mit no more or less than 30 songs und ihr könnt dieser Liste hier folgen – viel Spaß beim Zeitreisen!

Thirty songs from 1968 for your pleasure. #HistoryRepeated — chosen by yours truly for @inkmusic
#Follow#Listen#Enjoy
#BecauseWeAreYourFriends

Wie immer habe ich die Neuzugänge in die gigantische HISTORY OF POP eingefügt, die chronologisch alle Listen seit 1958 vereint und bald vollständig ist. Ideal zum Musikgeschichte shufflen – folgt bit.ly/HistoryOfPop

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s