Dirty Dozen

In a new playlist series I do, called DIRTY DOZEN, i pick 12 Songs at a time that follow a pattern for each edition. These will mostly be deep dives into musical archives and history – you know the things that drove and drive our excitement about all this thing we‘re now calling work. It‘ll be about songs, about ooohs, aaahs and hahs. Come on, join the Joyride! Come back here to read about the Dozens current theme and its backstories. And follow the playlist!

Dirty Dozen – A Playlist by Hannes Tschürtz for Ink Music

Dozen #3

Schönen guten Abend beim DIRTY DOZEN. Ich sammle hier wöchentlich 12 Tracks zu einem Thema und erzähle ein paar Geschichten rundrum, die ein bisschen Kontext, ein bisschen Unnützes Wissen, ein bisschen Unterhaltung sein sollen. Heute: Ein Dutzend ITALIEN.

Genauer gesagt geht es um den bevorstehenden #Eurovision Song Contest und Italien. Aufgrund des Vorjahressieges von Maneskin findet der übernächste Woche in Turin statt. Grüße an @_Merci_Cherie bei dieser Gelegenheit. Follow me for some history.

Den Song Contest in dieser Form gibt es nicht zuletzt dank des italienischen Vorbildes – des San Remo Musikfestivals, das noch heute (bzw wieder) auch (meist) der Vorauswahl italienischer Teilnehmer dient und in jeder Hinsicht ein Volksfest ist. Sowas fehlt bei uns.

1 IT hatte einen (späteren) Parlamentarier, der 3x am Song Contest teilnahm, aber nie gewann: DOMENICO MODUGNO wurde 1958 zwar nur 3., der Titel „Nel blu dipunto di blu“ ein Klassiker – man kennt ihn in tausend Fassungen und meist unter dem Titel „Volare“.

2 Immer wieder probiert, aber nie San Remo gewonnen hat ORNELLA VANONI – daher fuhr sie auch nie zum Song Contest. Heuer durfte sie ein Hit-Medley am Festival singen; späte internationale Bekanntheit verschaffte ihr die Platzierung von „L´Appuntamento“ am Oceans12-OST. Love it.

3 In den 80ern schickten die Italiener regelmäßig absolute Superstars zu #Eurovision. Ein ewiges Lieblingslied haben UMBERTO TOZZI & RAF mit „Gente di Mare“ 1987 auf Platz 3 gehievt (Johnny Logans „Hold Me Now“ gewann). Man kannte beide hierzulande schon bestens wegen…

4 …der später auch internationalisierten und verschlagerten Songs: TOZZI schrieb „Ti Amo“, „Tu“ und das hier: „Gloria“ (1979), das LAURA BRANIGAN schließlich 1982 zu einem Welthit macht.

5 Dasselbe Spiel hat sie dann 1984 wiederholt – mit einem Song von RAF. Das allseits bekannte „Self Control“ war der Versuch des jungen RAF (kein Camora), international zu reüssieren. Gelang nicht ganz – aber immerhin schaffte es der Song ohne ihn und er dann mit Tozzi.

6 2x, 1976 und 1985 nahmen AL BANO & ROMINA POWER (!) am Song Contest teil; das berühmte „Felicitá“ gewann zudem 1982 San Remo. „Magic Oh Magic“ ist pure 80er, den Auftritt haben sie aber so verhaut, dass es letztlich nur zu Platz 7 (wie 1976) reichte.

7/8 Die Hochblüte des Italo-Pop spülte in den 80ern auch ALICE zu uns. Sie gewann schon 1981 mit „Per Elisa“ San Remo – doch IT zog vom ESC zurück. #Eurovision erlebte sie dann doch: 1984 zusammen mit Partner FRANCO BATTIATO (Platz 5).

Das erlaubt einen kleinen Exkurs (kommt nicht ins Dirty Dozen): Alice als Inbegriff der italienischen Frau der 80er samt entsprechender Stimme wurde sie 1984 zum gitarrenschwangeren Überschlager „Zu nah am Feuer“ mit Stefan Waggershausen genötigt. Brrr.

9 Ein verhinderter Song Contestant ist EROS RAMAZZOTTI. 1986 gewinnt er mit dem zum Überhit gewordenen „Adesso tu“ den San Remo-Bewerb, aber Italien nimmt just in diesem Jahr (wieder) nicht an #Eurovision teil.

10 TOTO CUTUGNOs „Insieme: 1992“ war das prototypische Themenlied für die beginnenden 90er und gewann. Btw: Sein berühmtes „L’Italiano“ schrieb er 1983 für Celentano, der es nicht wollte. (Cutugno wurde damit in San Remo nur 5., der Song ein Klassiker.)

11 MAHMOOD ist der Italo-Pechvogel der #Eurovision. Sein favorisiertes „Soldi“ wurde 2019 knapp von Duncan Laurence übertrumpft. Heuer ist er in den Wetten ganz weit vorne – aber klar hinter dem sentimentalen Favoriten Ukraine. Dennoch: „Brividi“ = Groß.

12 Wir enden, wo wir begannen: Bei DOMENICO MODUGNO: Auch 1959 gewann er nicht (6.) und produzierte einen Klassiker, den man erst beim zweiten Versuch erkennt: „Piove“ lief bei uns als Schlager-Klassiker „Ciao, Ciao, Bambina“. Enjoy:

Dozen #2
This week the Dozen is about mostly overheard or even forgotten originals and some unlikely covers. Did you know Cindy Laupers „All Through The Night“ was a cover? And George Harrison, famously sued for plagiating The Chiffons, eventually got covered by them after all? Beg, steal or borrow – follow if you enjoy this type of fooling around and stick around for more theme park weekends from yours truly.

1 GEORGE HARRISONs größter Solo-Hit aus den 80ern, „Got My Mind Set On You“, ist in der Tat ein Cover. Es stammt aus 1962, als JAMES RAY es aufgenommen hat und für Harrison eine blendende Gelegenheit, es als Inpsiration in die Beatles-Ära mitzunehmen.

1 GEORGE HARRISONs größter Solo-Hit aus den 80ern, „Got My Mind Set On You“, ist in der Tat ein Cover. Es stammt aus 1962, als JAMES RAY es aufgenommen hat und für Harrison eine blendende Gelegenheit, es als Inpsiration in die Beatles-Ära mitzunehmen.

2 Nur wenig jünger ist „Denise“, dass viele vielleicht von BLONDIE kennen, das in der Tat aber aus 1963 stammt und für Randy & The Rainbows auch ein Hit war.

3 Während „I Can See Clearly Now“ in der Version von Jimmy Cliff am Bekanntesten wurde (nicht zuletzt durch den Film „Cool Runnings“), stammt es eigentlich von Johnny Nash (1972). Aber auch Sonny & Cher (!) haben sich damals an einer Version versucht.

4 Wer wie ich Bill Murray verehrt, kennt seinen von „Scrooged“ inspirierten Weihnachtsfilm, zu dem Annie Lennox und Al Green „Put A Little Love In Your Heart“ aufgenommen haben. Ich habe euch das sehr schöne, weniger bekannte Original ausgegraben.

5 Überraschend wenig bekannt ist auch die Tatsache, dass Aretha Franklins Signature Song für Bürgerrechte und Feminismus, „Respect“, eigentlich ein Song von Otis Redding ist – er schrieb und veröffentlichte es 1965.

6 Nicht nur, wer den 1969er-Film „Asphalt Cowboy“ (u.a. mit Dustin Hoffman) kennt, kennt Harry Nilssons Klassiker „Everybody’s Talking“. Wie bei vielen anderen Gelegenheiten hat ers aber nur ausgeborgt. Das Original aus 1966 stammt von Fred Neil.

7 Wir tauchen in Untiefen: Reggae der 80er. Sprechen wir über die unsäglichen UB40. Die haben ein paar Songs bekannter gemacht, als sie zuvor trotz bekannter Originale waren. Ein Beispiel ist „Red Red Wine“, das eigentlich NEIL DIAMOND „gehört“.

8 Wo wir schon da sind: Gemeinsam mit Robert Palmer coverten UB40 auch – sehr erfolgreich – „I’ll Be Your Baby Tonight“, eigentlich ein äußerst hascherter BOB DYLAN-Song (!) von dessen Country-Album „John Wesley Harding“ aus 1967.

9 Mein Favorit in der Liste ist das auch mir bis vor Kurzem unbekannte Original von Cindy Laupers Klassiker „All Through The Night“. Es stammt vom US Songwriter Jules Shear, der ihn eigentlich mit starken Folk-Anleihen ausgestattet hatte.

10 Clive Davis, Godfather der US-Musikindustrie, war mit Whitney Houstons Filmabenteuer „Bodyguard“ überhaupt nicht einverstanden. Der Legende nach rettete er den Film höchstpersönlich, indem er ihr eine Version dieses DOLLY PARTON-Klassikers „empfahl“.

11 Wir drehen den Spieß um: Es ist sträflich unterschätzt, was die Bee Gees geleistet und geschrieben haben. Zigfach gecovert wurde u.a. „To Love Somebody“. A zurecht und B auch von NINA SIMONE!

12 Ein Gag zum Ende: THE CHIFFONS bezichtigten George Harrison wegen der Ähnlichkeiten zu „He’s So Fine“ des Plagiats. Man einigte sich schließlich und als Retourkutsche sangen sie den betreffenden Song gleich selbst ein: „My Sweet Lord“.

DOZEN #1

1 Ihr kennt alle den „Tag am Meer“, aber kennt ihr das famose Soul-Stück aus 1972, das den Fantastischen Vier die Grundlage dafür bot? Jetzt schon.

2 Aus etwa derselben Zeit und dem an Goldschätzen reichen Stax-Katalog hole ich euch außerdem The Dramatics hinter dem Vorhang hervor, ihr werdet es mögen, weil es glänzend dazu passt:

3 Wer Bill Withers kennt und mag, dem sollte „Use Me“ ein Begriff sein. Wie so vieles von ihm wurde auch das versampled, googlet dazu mal nach UGKs lustigem HipHop-Beziehungs-Epos „Use Me Up“ aus den 80ern.

4 Wir bleiben bei vom HipHop vereinnahmten 70er-Soul/Funk: Wer erkennt in Average White Bands „Stop The Rain“ einen österreichischen Welthit aus den 90ern? Werner Geiers HipHop Finger haben mit Leena Conquest „Boundaries“ auf dessen Grundlage verhittet.

5 Seit man den Beatles in „Get Back“ sehr genau auf die Finger schauen konnte, hat Billy Preston einen verdienten & längst überfälligen Credit auf der entsprechenden Platte bekommen. Zu wenig gewürdigt ist sein Solo-Katalog – daher: „Nothing from Nothing“

6 Aus unerfindlichen Gründen hab ich die „Glock’n“ zuletzt als Dauerohrwurm und say what you will, aber sie ist das schönste und womöglich einzige Stück Ö-Pop-Geschichte, dass sich erfolgreich und unverkennbar am Northern Soul der Zeit bedient.

7 Und noch ein unverkennbares Sample: Norman Cook und sein Faible für alte Platten haben aus dem Multitalent (wir begegnen ihm sicher noch öfter hier) Fatboy Slim und aus den Just Brothers die Funk Soul Brothers gemacht. Check it out now.

8 Dieser Hall of Fame-Song: Oft gecovert, oft verwendet; unausweichlich, ohne tatsächlich er- und gekannt zu sein, also gebe ich euch das Aha-Erlebnis: The Meters rund um Art Neville haben mit „Cissy Strut“ 1969 den New Orleans Funk geprägt.

9 So ähnlich ist es mit dem hier, aber ausgerechnet Richie Havens – der Mann, der das Woodstock Festival eröffnet hatte – bereitet dem späteren Pop-Hit ein würdiges Erbe. MMn beste Version von „Going Back To My Roots“. Yeah.

10 There are never enough sample unveilings: Zuletzt hat mich überrascht, dass selbst dieses an sich eh bekannte Stevie Wonder-Stück aus dem „Songs In The Key Of Life“-Meisterstück von einem Bekannten nicht gekannt wurde. Coolio did though.

11 Dieser Song war so oft ein Hit, dass man gar nicht mehr weiß, wer es von wem gestohlen hat. Nach den 5 Royals und The Shirelles und lange vor einer Reggae-Version von Bitty McLean haben The Mamas & The Papas den Song zur Vollbüte gebracht:

12 Und weil wir hier ein bisschen Audiokino machen, beschließen wir das erste dreckige Dutzend mit einem meiner All Time Faves, das ich in den tiefen 80ern – wie so vieles – über den Trailer (sic!) einer ORF-Sendung kennen gelernt habe. Thanks, Moondog.